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Der Body-Mass-Index: Was ist eigentlich Normalgewicht?

Bin ich zu dick? Bin ich zu dünn? Oder bin ich gerade richtig? Eine Frage, die die meisten Menschen bewegt. Was ist eigentlich normal? Zur Bestimmung des Normalgewichts hat man sich international auf eine Formel — den Body-Mass-Index (BMI) — geeinigt. Er berechnet sich, indem man das Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt:

BMI = Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m)²

Zur Bewertung des BMI hat die Weltgesundheitsorganisation 4 Kategorien definiert: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas (Fettleibigkeit).

Liegt der ermittelte BMI einer Person unter 18,5 so ist sie untergewichtig. Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt als Normalgewicht. Bei Werten zwischen 25 und 29,9 sprechen die Mediziner von Übergewicht. Ab einem BMI von 30 ist von Adipositas — Fettleibigkeit — die Rede.

Ein Beispiel: Eine Frau wiegt 65 kg und ist 1,68 m groß. Der BMI berechnet sich so:
65 (kg) : (1,68)2 = 65 : 2,8 = 23,0.

Die Frau hat einen BMI von 23,0. Dieser liegt im Normalbereich. Es besteht also keine Veranlassung aus gesundheitlichen Gründen abzunehmen.

Die Bewertung Ihres persönlichen Body-Mass-Index zeigt Ihnen die nachfolgende Tabelle:

BMI Kategorie Bewertung
> 18,5 Untergewicht Eine weitere Gewichtsabnahme ist gefährlich und sollte unterbleiben!
18,5 - 24,9 Normalgewicht Gewicht mit dem man fit und gesund bleiben kann. Gewichtsabnahme aus gesundheitlichen Gründen ist nicht nötig!
25,0 - 29,9 Übergewicht Kann belasten, wenn andere Faktoren oder Erkrankungen hinzukommen. Ansonsten ist eine Gewichtsabnahme nicht zwingend nötig! Nach neuesten Erkenntnissen soll leichtes Übergewicht sogar gesünder sein, als Normalgewicht. (siehe: Neue Erkenntnisse zwingen zum Umdenken)
30,0 - 34,9 Adipositas Grad 1
deutliches Übergewicht
Eine Gewichtsabnahme ist vorteilhaft für die Gesundheit
35,0 - 39,9 Adipositas Grad 2
sehr deutliches Übergewicht
Hohes Risiko für die Gesundheit. Unbedingt ärztlichen Rat einholen!
40 und mehr Adipositas Grad 3 starkes Übergewicht Sehr hohes Gesundheitsrisiko! Unbedingt Arzt zu Rate ziehen!

Sind Sie ein Apfel- oder Birnentyp?

In der Medizin herrscht Einigkeit darüber, dass nicht allein der BMI entscheidend für die Höhe des Gesundheitsrisikos durch Herzinfarkt und Gefäßerkrankungen ist. Körperbau und Trainingszustand (persönliche Fitness) müssen bei der Risikoeinschätzung berücksichtigt werden.

Die Fettverteilung am Körper spielt bei der Risikoeinschätzung nachgewiesenermaßen eine Rolle. Der so genannte "Apfeltyp" hat mit seinem Speckgürtel um den Bauch ein höheres Infarkt-Risiko als der "Birnentyp", bei dem sich das Fettgewebe an Hüfte, Gesäß und Oberschenkeln verteilt. Als zusätzlicher Indikator für die Risikoeinschätzung gilt deshalb der Taillenumfang:

Der Normwert für Männer liegt bei < 101 cm
Der Normwert für Frauen liegt bei < 88 cm

Je höher der Wert, desto höher ist das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Neuere Erkenntnisse zwingen zum Umdenken:
Leichtes Übergewicht ist offenbar gesünder als Normalgewicht!

Nach neueren Erkenntnissen aus den USA ist leichtes Hüftgold offensichtlich Gold wert. Die Süddeutsche Zeitung berichtete über die Ergebnisse dieser amerikanischen Studie. Danach sei leichtes Übergewicht offenbar gesünder als Normal- oder Idealgewicht — weiterhin riskant bleibe es allerdings nach wie vor bei Fettsucht, das heißt ab einem BMI von 30.

Die Studie in den USA erfasste im Zeitraum von 1971-2004 über 2,3 Millionen Erwachsene. Ergebnis: Menschen mit Übergewicht leben am längsten (Journal of the American Medical Association, Bd. 298, S. 2028, 2007). Die Sterblichkeit war bei Untergewicht und Fettsucht erhöht. Unter den Übergewichtigen gab es jedoch weniger Todesfälle als unter den Normalgewichtigen. Die Begründung: Mollige hätten mehr Reserven, erholten sich offenbar schneller von Operationen, seien weniger anfällig für Infektionen und für manche Krankheiten sei die Prognose besser.

Nach wie vor gilt aber: Ab einem BMI von 29 oder 30 (Fettsucht) erhöht sich die Sterblichkeit aufgrund von Herzinfarkten und Schlaganfällen — nicht aber durch Krebs.

Den Artikel finden Sie hier:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/uebergewicht-in-den-usa-das-dicke-ende-1.58618