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Warum wir Ernährungsberater/innen brauchen.

2. Mangelernährung in der Überflussgesellschaft?

Noch nie war das Angebot an Nahrungsmitteln größer, vielfältiger, reichhaltiger. Wir können heute gut und gerne zwischen 300 Käsesorten wählen. Getreide, Obst und frisches Gemüse sind ganzjährig erhältlich. An Vielfalt herrscht kein Mangel. Doch immer weniger Menschen wissen, wie man aus frischen Zutaten eine Mahlzeit kocht oder zubereitet. Viele haben — eingespannt in das Zeitkorsett ihres Berufsalltags — nicht die Zeit dazu. Oder sie scheuen ganz einfach die Mühe. Der Kochlöffel wird zwar fast allabendlich in TV-Kochshows geschwungen, kaum aber noch am heimischen Herd. Der Trend geht zum schnellen Gericht. So wundert es nicht, dass auch das überwunden geglaubte Phänomen der Mangelernährung wieder ein Thema ist.

In der öffentlichen Diskussion spielt Mangelernährung im Gegensatz zur Diskussion um Fettleibigkeit noch kaum eine Rolle. Das mag mit daran liegen, dass man Mangelernährung eher mit den Hungersnöten in der "Dritten Welt" verbindet. Auch deckt sich das Bild eines mangelernährten Menschens in unserer Überflussgesellschaft so gar nicht mit unseren Bildern im Kopf, die wir von ausgemergelten, abgemagerten Menschen haben.

Gleichwohl zeigt der Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 2004, dass trotz quantitativer Überversorgung nicht alle Menschen in Deutschland optimal mit Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind.

Auch der jüngste Ernährungsbericht der DGE von 2008 bestätigt: Während Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Übergewicht kämpfen, sind ca. 60% der Bewohner von Altenheimen mangelernährt: "Die mit zunehmendem Alter vermehrt auftretenden altersassoziierten Veränderungen im Stoffwechsel und im Energie- und Nährstoffbedarf beeinflussen maßgeblich das Ernährungsverhalten bzw. den Ernährungs- und Gesundheitsstatus, zusammen mit körperlichen Behinderungen, geistigen Beeinträchtigungen bzw. Krankheiten. Es konnte gezeigt werden, dass der Grad der Pflegebedürftigkeit die Energie- und Nährstoffversorgung wesentlich stärker beeinflusst als das Lebensalter. Dabei wird es mit zunehmendem Pflegegrad immer schwieriger, eine ausreichende Energieversorgung zu erreichen." Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des aktuellen Ernährungsberichts der DGE finden Sie hier: www.dge.de

Auch die Ergebnisse einer gesundheitsökonomischen Studie an Krankenhauspatienten, die die Münchner Beratungsgesellschaft Cepton präsentierte, sprechen eine eindeutige Sprache. Danach gibt es medizinische Bereiche, in denen die Mangelernährung eher die Regel als die Ausnahme ist. Nach Dr. Klaus W. Uedelhofen, dem Leiter der Studie, zeigen 75% der Krebspatienten schon zum Zeitpunkt der Erstdiagnose Zeichen einer Mangelernährung — abhängig von Tumorart, -lokalisation und -stadium. Auch in der Geriatrie und der Abdominalchirurgie sei Mangelernährung weit verbreitet.

Da die Ernährung ein Bereich sei, den die Patienten aktiv beeinflussen können, sei hier Aufklärung dringend erforderlich. Hierzu benötigten die Patienten Hilfe von "Ärzten und Ernährungsberatern, die gemeinsam mit ihnen Ernährungspläne aufstellen und von Politikern und Kostenträgern, die sich aktiv für ein flankierendes Ernährungsmanagement einsetzen".

Quelle: www.cepton.de, zitiert nach der Pressemitteilung vom 21.07.2007