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Warum wir Ernährungsberater/innen brauchen.

3. Die neuen Ess-Klassen: zwischen Bio und billig

Bio boomt. Auf der einen Seite legen immer mehr Menschen Wert darauf, sich gesund und "ethisch korrekt" zu ernähren — auf der anderen Seite können sich immer mehr Menschen gesunde Lebensmittel nicht leisten. Ein Hartz-IV-Budget macht vielleicht gerade mal satt, aber nicht gesund. Zum (gesund) Leben zu wenig?

Falsche Ernährungsweise scheint nicht allein ein Problem mangelnder Aufklärung zu sein, sondern auch ein Ergebnis akuten Geldmangels. In keinem Industrieland ist die Kinderarmut größer als in Deutschland. Die fortschreitende Polarisierung zwischen Reich und Arm spiegelt sich auch in der Ernährungslage der Nation. Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass Gesundheit und Lebenserwartung direkt mit gesellschaftlichem Status, Verdienst und Bildung korrelieren. Im Klartext: Armut gefährdet Ihre Gesundheit. Sie macht dick, dumm, krank und führt zu einem früheren Tod.

Einem Bericht im Hamburger Abendblatt zu Folge ist in den sozial schwachen Stadtteilen Hamburgs der Prozentsatz übergewichtiger Kinder (noch) höher als in den besser gestellten Wohnvierteln. Hier sieht die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung den größten Handlungsbedarf. Es sei zu beobachten, dass gerade Kinder aus ärmeren Elternhäusern sich ungesund ernähren. Solange Pommes, Pizza und Fertiggerichte deutlich billiger seien als Obst und Gemüse, sei dies Problem nicht zu lösen. Dazu komme, dass Eltern Essen für ihre private Angelegenheit hielten und sich nur ungern beraten ließen.

Gerade hier wird Ernährungsberatung dringend gebraucht. Sie wird aber nur etwas ausrichten können, wenn sie in ein sozialpolitisches Gesamtkonzept eingebunden ist, dass die Lebensverhältnisse der Betroffenen insgesamt verbessert.